Ernst Niekisch - Widerstand gegen den Westen. Vermächtnis eines Nationalisten von Uwe Sauermann

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ISBN 978-3-938176-81-8

464 Seiten, gebunden, fester Einband

Erscheinungstermin: 20. September 2020

Ernst Niekisch (1889 – 1967) war ein politischer Denker und faszinierender Autor, der sich von der extremen Linken zum Visionär des deutschen Nationalismus entwickelte. Dennoch wurde er 1939 vom Volksgerichtshof zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe verurteilt. Warum dieser Nationalist und zugleich Antifaschist mit Hitlers Nationalsozialismus kollidieren musste und heute noch Interesse verdient, geht aus diesem Buch hervor. Er war ein „unbedingter“ Nationalist, der trotz gänzlich veränderter Umstände heutigen „Nationalkonservativen“ als Test für die Ernsthaftigkeit ihres Anliegens dienen und auch Linke verunsichern kann.

Armin Mohler: „Im vorliegenden Buch wird sichtbar, dass Sauermann sich mit einer Intensität, Ausdauer und Exaktheit in den Komplex Niekisch hineingearbeitet hat, die bisher noch kein anderer in dieses Thema investierte. Er hat die Wirkung Niekischs bis in die entlegensten Zeitschriften und politischen Gruppierungen hineinverfolgt – und das, ohne die großen Linien aus dem Auge zu verlieren, und mit einer erfreulichen Sicherheit in der Beurteilung von Personen und Situationen.

Ich habe mich seit meiner Jugend mit Niekisch befaßt und hielt mich immer für einen ganz guten Kenner dieses Mannes. Bei der Lektüre dieses Buches habe ich nicht nur viel hinzugelernt, sondern mußte auch einige liebgewordene Meinungen über Niekisch auf Grund von Sauermanns Beweisführung aufgeben oder doch zumindest nuancieren.

Das vorliegende Buch von Uwe Sauermann zeigt, daß man auch über sehr nahe und kontroverse Zeitgeschichte wissenschaftlich zu arbeiten vermag, wenn man, bei aller Engagiertheit, die eigenen Vorurteile zurückstellt und die Geduld aufbringt, sich um auch geschichtliche Vorgänge in ihrer Einzigartigkeit und steten Andersartigkeit zu kümmern.“

Uwe Sauermann studierte in München und Augsburg Politische Wissenschaften, Neueste Geschichte und Völkerrecht. Seine Dissertation ist die hier vorliegende Schrift. Obwohl es danach mehrere Veröffentlichungen zu Niekisch gab, ist Sauermanns Werk bis heute die materialreichste und gelungenste Analyse von Ernst Niekischs Zeitschrift „Widerstand“. Uwe Sauermann war später für das öffentlich-rechtliche Fernsehen tätig, war schon vor dem Ende der DDR Korrespondent in Ost-Berlin und Leipzig, produzierte zeitgeschichtliche Filme und berichtete danach für die ARD u.a. aus Indien, Irak und Afghanistan.  Er lebt heute in Berlin.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 EINLEITUNG

2 Erster Teil: Die publizistische Entwicklung der Zeitschrift WIDERSTAND
2.1 DER ‚WIDERSTAND’ ALS ORGAN DES NATIONALEN JUNGSOZIALISMUS 1926/27
2.1.1 Der sozialistische Werdegang des WIDERSTAND-Herausgebers Ernst Niekisch
2.1.2 Niekisch und der „Hofgeismarkreis“ der Jungsozialisten
2.1.3 Die Gründung des WIDERSTAND
2.1.3.1 Der Zerfall des „Hofgeismarkreises
2.1.3.2 Erster Herausgeberkreis des WIDERSTAND
2.1.3.3 Erscheinungsform der Zeitschrift im Jahre 1926
2.1.3.4 Die Reaktion der Sozialdemokratie auf Niekischs nationalistische Wandlung und auf die Gründung des WIDERSTAND
2.1.4 Der jungsozialistische WIDERSTAND und die Altsozialisten
2.1.4.1 Das altsozialistische Experiment Niekischs
2.1.4.2 Rückzug der jungsozialistischen Mitarbeiter
2.2 DIE ZEIT DES ÜBERGANGS 1927/28
2.2.1 August Winnig als Mitherausgeber
2.2.2 Aufbau eines Kreises ständiger Mitarbeiter
2.2.2.1 Die Situation bis Ende 1927
2.2.2.2 Ständige Mitarbeiter ab Januar 1928: Joseph Drexel, Gustav Sondermann, Franz Schauwecker
2.2.3 Von den „Blättern“ zur „Zeitschrift“
2.3 DER ‚WIDERSTAND’ ALS EINE ZEITSCHRIFT DES NATIONALISTISCHEN LAGERS 1928/29
2.3.1 Das Ende des altsozialistischen Experiments
2.3.2 Trennung des WIDERSTAND vom sozialistischen Lager
2.3.3 Neue ständige Mitarbeiter: Alfred Baeumler, Hjalmar Kutzleb und die Brüder Jünger
2.3.4 Das endgültige Gesicht des WIDERSTAND
2.4 DER ‚WIDERSTAND’ ALS KREISBILDENDE ZEITSCHRIFT 1930-32
2.4.1 Das Ausscheiden Winnigs und das Dominieren Niekischs
2.4.2 Neue ständige Mitarbeiter: Albrecht Erich Günther, Arnolt Bronnen, Otto Nickel, Hans Bäcker, Otto Petras
2.4.3 Der WIDERSTAND und sein politisch-publizistisches Umfeld

3 Zweiter Teil: Die Zeitschrift WIDERSTAND und der Nationalsozialismus
3.1 DER ‚WIDERSTAND’ - EINE ANTIFASCHISTISCHE ZEITSCHRIFT?
3.2 1926 BIS 1930
3.2.1 Von der Abgrenzung bis zum Kampf gegen Hitler
3.2.2 Nationalsozialistisches Werben um Niekisch und den WIDERSTAND
3.3 1930 BIS 1932
3.3.1 Der Aufstieg der NSDAP im Spiegel des WIDERSTAND
3.3.2 Die Auseinandersetzung des WIDERSTAND mit den „revolutionären“ Nationalsozialisten (Straßer-Gruppe, Teile der SA)
3.3.3 Die Reaktion der nationalsozialistischen Publizistik

3.4 DER ‘WIDERSTAND’ IM DRITTEN REICH
3.4.1 Die Weiterentwicklung der Zeitschrift in den Jahren 1933 und 1934
3.4.2 Der Widerstand des WIDERSTAND
3.5 DAS VERBOT
3.5.1 Erster Vorstoß
3.5.2 Zweiter Vorstoß
3.5.3 Dritter Vorstoß und Verbot
3.5.4 Gründe für die Duldung des WIDERSTAND bis zum Dezember 1934

4 Dritter Teil: Die Ideologie des Widerstands
4.1 „PROLETARISCHER NATIONALISMUS“
4.1.1 Die Ideen des „Hofgeismarkreises“ und ihre Radikalisierung im frühen WIDERSTAND
4.1.1.1 Bekenntnis zu „Volk und Staat“
4.1.1.2 „Der Weg der deutschen Arbeiterschaft zum Staat“
4.1.1.3 Die Arbeiterschaft als Trägerin des nationalen Befreiungskampfes
4.1.2 August Winnigs Idee des „Arbeitertums“ als Brücke zum völkischen Nationalismus
4.2 DIE ERSTE PHASE DER ENTWICKLUNG EINER EIGENSTÄNDIGEN IDEOLOGIE DES WIDERSTANDS: „WIDERSTANDSGESINNUNG“
4.2.1 Die Ablösung der Arbeiterschaft durch die „nationalistische Minderheit“
4.2.2 „Widerstandsgesinnung“ und „Versailler Ordnung“
4.2.3 „Deutscher Protest“
4.2.3.1 Das Feindbild „Romanismus“
4.2.3.2 Bürgertum und Liberalismus
4.2.3.3 Preußische Staatsgesinnung
4.2.4 Ergebnis der quantitativen Inhaltsanalyse (1929)

4.3 ZWEITE PHASE: „PREUSSISCHER BOLSCHEWISMUS“
4.3.1 Die Radikalisierung 1930/31
4.3.1.1 Rückzug aus der europäischen Zivilisation
4.3.1.2 Rückgriff auf die vorchristliche Vergangenheit
4.3.2 Die Ostorientierung des WIDERSTAND
4.3.2.1 Das russische Vorbild
4.3.2.2 Außenpolitische Ostorientierun
4.3.2.3 „Ostbewegung“
4.3.3 Der WIDERSTAND und die KPD
4.3.4 Ergebnis der quantitativen Inhaltsanalyse (1930 -1932)
4.3.5 „Preußischer Bolschewismus“ und  „Nationalbolschewismus“
4.4 DRITTE PHASE: IMPERIALE POLITIK
4.4.1 Das Ende des „Preußischen Bolschewismus“
4.4.2 Erste Anzeichen eines Kurswechsels
4.4.3 Die „Dritte imperiale Figur“

5 Vierter Teil: Die Rolle des WIDERSTAND und der „Widerstandsbewegung“ in der politischen Kultur der Weimarer Republik
5.1 DIE ‚NATIONALE OPPOSITION’ UND DIE SAMMLUNGSVERSUCHE DES ‚WIDERSTAND’
5.1.1 „Nationaler Führerring“
5.1.1.1 Der WIDERSTAND und die Wehrverbände
5.1.1.2 Sammlungsaufrufe und Programmentwurf des WIDERSTAND
5.1.1.3 Das Scheitern des „Führerrings“
5.1.2 „Aktion der Jugend“ gegen den Young-Plan
5.1.2.1 Niekischs Kritik am „Reichsausschuß für das deutsche Volksbegehren“
5.1.2.2 Aufruf des WIDERSTAND zur „Aktion der Jugend“
5.1.2.3 Durchführung der Aktion
5.1.2.4 Der Durchbruch des „Widerstandsgedankens“
5.2 DIE ‘WIDERSTANDSBEWEGUNG’
5.2.1 Absichten und Anfänge
5.2.2 Von den Leserkreisen zur „Widerstandsbewegung“
5.2.2.1 Die „Oberlandkameradschaften“
5.2.2.2 Organisation der „Widerstandsbewegung“
5.2.2.2 Örtliche Gruppen der „Widerstandsbewegung“
5.2.3 Der Aktionsbereich der „Widerstandsbewegung“
5.2.4 Das Verhältnis der „Widerstandsbewegung“ zu anderen nationalrevolutionären Gruppen
5.2.4.1 Die „Widerstandstagungen“ als Stätten der Begegnung
5.2.4.2 Die Auseinandersetzung um die Präsidentschaftskandidatur Claus Heims 1932
5.2.5 Die Wochenzeitung „Entscheidung“ als Organ der „Widerstandsbewegung“
5.2.6 Das Ende der „Widerstandsbewegung“ im Dritten Reich
5.3 DER ‚WIDERSTAND’ UND DIE ‚WIDERSTANDSBEWEGUNG’ IM URTEIL DER ZEITGENOSSEN
5.3.1 Beurteilung durch die Sicherheitsbehörden
5.3.2 Kommentierung durch die überregionale Presse
5.4 ZUSAMMENFASSUNG

6 Quellen- und Literaturverzeichnis

7 Namensregister