"Aufbruch" - Dokumentation einer Zeitschrift zwischen den Fronten

Vollständiger Reprint der 12 Ausgaben (1931-1933)

Die Herausgabe der Zeitschrift "AUFBRUCH" war eine Reaktion der KPD auf das rasche Anwachsen der NSDAP im Jahre 1930/31. Mit einer verstärkt national gefärbten Agitation versuchte die Partei des Internationalismus, in den Jahren 1930/31 einen weiteren Einbruch der Nationalsozialisten in das proletarische Milieu zu verhindern und die Anhänger der NS-Bewegung für die eigenen Reihen zu gewinnen. Den Übertritt des früheren Reichswehrleutnants und nationalsozialistischen Aktivisten Richard Scheringer zu den Kommunisten Mitte März 1931 wertete Ernst Thälmann als Erfolg dieser Politik.

Scheringer war Hoffnungsträger für das erfolgreiche Herauslösen von Mitgliedern und Sympathisanten aus der NS-Bewegung. Diesem Ziel diente auch das im Juli 1931 gestartete "AUFBRUCH"-Projekt. Zwölf Ausgaben des "AUFBRUCH" sind zwischen Juli 1931 und Januar 1933 erschienen.

In der Öffentlichkeit fungierte zunächst als Herausgeber der mit Otto Strasser im Sommer 1930 aus der NSDAP ausgetretene Wilhelm Korn, ab August 1931 bis Mitte Mai 1932 der Polizei-Oberleutnant a.D. Gerhard Giesecke und ab Mai 1932 auch, bis zuletzt, der in nationalistischen Kreisen legendäre frühere Führer des Freikorps "Oberland" Hauptmann a.D. Beppo Römer.

Zu den Autoren gehörten neben Richard Scheringer und den Herausgebern der frühere stellvertretende NSDAP-Gauleiter von Berlin-Brandenburg Rudolf Rehm, die KPD-Reichstagsabgeordneten Hans Kippenberger, Theodor Neubauer, die Schriftsteller Ludwig Renn, Bodo Uhse, Alexander Graf Stenbock-Fermor, der Sozialwissenschaftler Karl August Wittfogel und auch Mitarbeiter des militärpolitischen Apparates der KPD, deren Pseudonyme sich nicht alle entschlüsseln lassen. In den "AUFBRUCH "-Arbeitskreisen diskutierten in Berlin, Leipzig, München, Hamburg, Duisburg und anderen Städten Kommunisten mit früheren Offizieren, Studenten, Intellektuellen und Nationalsozialisten.

Eines der zentralen "AUFBRUCH"-Themen war die wirtschaftliche, politische und soziale Krise als Folge des verlorenen Weltkrieges und des Versailler Vertrages.

Vorwort von Prof. Dr. Peter Steinbach

(Leiter des Instituts für Geschichte - Neuere und neuste Geschichte - der Universität Karlsruhe (TH), wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin)

Einführung von Dr. Hans Coppi

(Ende 1942 in einem Berliner Frauengefängnis geboren. Seine Eltern wurden wegen ihrer Mitarbeit in der Widerstandsgruppe "Rote Kapelle" zum Tode verurteilt und hingerichtet. Studierte und arbeitete in Berlin, seit 19SS in einer Forschungsgruppe zur Geschichte der "Roten Kapelle" an der Akademie der Wissenschaften der DDR tätig, 1992 Promotion mit einer biographischen Studie über Harro Schulze-Boysen, Mitarbeit im Projektverbund Widerstandsgeschichte an der FU Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen zur "Roten Kapelle", lebt als Historiker in Berlin)

"Aufbruch" - 70 Jahre danach von Dr. Susanne Römer

(Dr. phil., Diplom-Soziologin, Jahrgang 1942, Tochter des 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichteten "Aufbruch "-Herausgebers Dr. Josef (Beppo) Römer. Nach langjähriger Arbeit im Bildungs- und Verbandsbereich hauptsächlich in Berlin journalistisch mit Schwerpunkt Politik/Zeitgeschichte tätig. Diverse Veröffentlichungen, u.a. Oswald Bindrich / Susanne Römer: Beppo Römer. Ein Leben zwischen Revolution und Nation, Berlin 1991)

Namenregister

21x28 cm, 384 Seiten