Zeitgeschichte - aktuelle Titel
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Klaus Hornung, Wilhelm Groener – Soldat und Politiker in der Weimarer Republik

Alternativen zu Hitler
Wilhelm Groener – Soldat und Politiker in der Weimarer Republik
245 Seiten, S/W-Abbildungen, Hardcover
19,90 Euro

Wilhelm Groener (1867–1939) gehörte zu den erstaunlichsten Persönlichkeiten der Weimarer Republik. Schon im Kaiserreich hatte er als Chef des Kriegsamtes und stellvertretender Kriegsminister eine bedeutende Rolle gespielt. Kurz vor dem Ausbruch der Novemberrevolution 1918 wurde er als Nachfolger Ludendorffs zum Generalstabschef der Obersten Heeresleitung (OHL) unter Hindenburg ernannt. Er wird zur treibenden Kraft des sogenannten Ebert-Groener-Bündnisses, mit dem sich die OHL der neuen Regierung der Volksbeauftragten zur Verfügung stellte, um die bolschewistische Revolution in Deutschland abzuwehren und den Rückzug der deutschen Armeen von der West- und Ostfront zu leiten. Im Kampf um den Versailler Vertrag spricht er sich für seine Annahme aus, um die deutsche staatliche Einheit zu bewahren. Er wird damit zur Zielscheibe der nationalen Rechten, obwohl er intern dafür eintritt, den Vertrag zu umgehen und sich von ihm auf längere Sicht zu befreien.


Nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst im September 1919 bekleidet er von 1920 bis 1923 das Amt des Reichsverkehrsministers und ist verantwortlich für den Aufbau einer einheitlichen Deutschen Reichsbahn. Zwischenzeitlich als Militärschriftsteller tätig, wird er im Januar 1928 zum dritten Reichswehrminister der Weimarer Republik (nach Gustav Noske und Otto Gessler) berufen. 1930 wird er zum wichtigsten Exponenten der Präsidialregierung Brüning.

Die Studie schildert eingehend den Versuch Brünings und Groeners, das Verhängnis der nationalsozialistischen "Stimmzettelrevolution" abzuwenden sowie die Ursachen des Scheiterns dieses Versuches. Nach dem Sturz der Regierung Brüning–Groener am 31. Mai 1932 verbringt Groener den Ausklang seines Lebens in Potsdam-Bornstedt, wo er am 31. Mai 1939 stirbt.

Groener, vielfach verkannt und zu Unrecht weithin vergessen, stand als Exponent alternativer Möglichkeiten deutscher Geschichte im 20. Jahrhundert zwei Mal, nämlich 1918/19 und 1930/32, im Zentrum des Geschehens. Klaus Hornungs Studie versucht, den umstrittenen Mann im Rahmen der Zeitgeschichte neu zu vergegenwärtigen.



Der Autor:
Prof. Dr. Klaus Hornung war bis zu seiner Emeritierung 1992 Professor für Politikwissenschaft an der Universität Stuttgart-Hohenheim.

Schumacher, Die Zerstörung deutscher Städte im Luftkrieg

Die Zerstörung deutscher Städte im Luftkrieg
„Morale Bombing“ im Visier von Völkerrecht, Moral und Erinnerungskultur
344 Seiten, ca. 30 S/W-Abbildungen, Hardcover

Der planmäßige Bombenkrieg der Westalliierten ist durch Fernsehfilme und Bestseller (Jörg Friedrich: "Der Brand") wieder zu einem Thema öffentlichen Interesses geworden. Der Autor zieht Bilanz aus dem heftigen wissenschaftlichen Disput der letzten Jahre und behandelt dabei insbesondere die moralische und völkerrechtliche Dimension der strategischen Flächenbombardements. Dabei werden auch Themen wie die Erinnerungskultur, die Kollektivschuld- These und die Theorie des gerechten Krieges berührt und schließlich der Bombenkrieg nach den Maßstäben des internationalen Rechts einer abschließenden Bewertung unterzogen.

Walter Marinovic, Kunst oder Antikunst

Von der Diktatur des Häßlichen und dem Aufbruch des Schönen
176 Seiten, 16 S/W-Abb., Hardcover

Zwischen der Empfindsamkeit für das ästhetisch Schöne und der Erkenntnis des moralisch Richtigen besteht nach den Worten des Nobelpreisträgers Konrad Lorenz ein enger Zusammenhang. Und der Filmemacher Hans-Jürgen Syberberg ergänzte, daß die Abkehr vom Maßstab der Natur in der abstrakten Kunst die Naturzerstörung der Moderne vorweggenommen und erst möglich gemacht hätte. – An herausragenden Ereignissen aus den Bereichen Theater, Festspiele, Musik, Bildende Kunst und Literatur macht der Autor den Gegensatz zwischen Kunst und Anti-Kunst exemplarisch deutlich und zeigt die dahinterstehenden Weltbilder und Wertsysteme auf.

Schlingensief und Jelinek, Peymann und die Salzburger Festspiele unter Mortier, Nitsch, Mühl und Arnulf Rainers übermalte Übermalungen, der Streit um den eisernen Vorhang in der Wiener Staatsoper, Einar Schleef, Josef Haslinger und die Auseinandersetzungen um Martin Walser: Kunst und Anti-Kunst bewegen auch heute Publikum, Medien und Öffentlichkeit. Doch nicht nur um mit spitzer Feder vorgetragene Kritik geht es dem Autor, sondern auch darum, positive Beispiele für gute, neue Kunst aufzuzeigen und dem Leser vorzustellen.

Der Autor:
Dr. Walter Marinovic gilt als der engagierteste Kulturkritiker Österreichs. Sein Werk "Diktatur des Häßlichen. Kulturpolitik heute" erreichte innerhalb kurzer Zeit zwei Auflagen.

Rudolf von Ribbentrop, Mein Vater Joachim von Ribbentrop

Erlebnisse und Erinnerungen
496 Seiten, S/W-Abbildungen, Hardcover

Am 16. Oktober 1946 wurde der deutsche Außenminister, Joachim von Ribbentrop, im Nürnberger Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher wegen "Vorbereitung eines Angriffskrieges" zum Tode durch den Strang verurteilt. Bis heute wird seine Rolle im Dritten Reich generell negativ beurteilt, schon als Botschafter in London habe er England Hitler gegenüber als "dekadent" und "schwach" dargestellt und ihm suggeriert, daß es im Konfliktfalle nicht kämpfen werde.

Der Autor, ältester Sohn Joachim von Ribbentrops und im Zweiten Weltkrieg selbst als mehrfach verwundeter Offizier insbesondere im Osten eingesetzt, schildert in diesem zeitgeschichtlichen Quellenwerk seinen Vater aus eigenem Erleben, insbesondere aufgrund der häuslichen Gespräche im Laufe der 30erJahre. Weshalb stellte sich dieser, als Kaufmann durchaus erfolgreich, Adolf Hitler zuerst als außenpolitischer Sonderbeauftragter, dann als Botschafter und schließlich als Minister zur Verfügung? War die Politik des Dritten Reiches wirklich von Anfang an auf Krieg gerichtet? Gab es Auffassungsunterschiede zwischen Hitler und seinem Außenminister, der in vielerlei Hinsicht ein Fremdkörper innerhalb der Führungsriege des Dritten Reiches war?

Rudolf von Ribbentrop versucht auch unter Berücksichtigung aktueller Forschungsergebnisse aufzuzeigen, daß die Politik seines Vaters ursprünglich auf die Herstellung eines Ausgleiches mit den Westmächten ausgerichtet war, und arbeitet die Gründe, die zum Hitler-Stalin-Pakt und schließlich zum Angriff auf Polen führten, nachdrücklich heraus. Auch die Rolle von prominenten Vertretern des deutschen Widerstands im Außenamt, wie des Staatssekretärs von Weizsäcker in den Jahren 1938/39, wird detailliert behandelt.

Heimo Schwilk, Ernst Jünger - Ein Jahrhundertleben

 Die Biographie
Wer das Jahrhundert in seinen Irrtümern, Leistungen und Fehl­leistungen verstehen will, von den Stahlgewittern des Ersten Weltkrieges bis zum Ende der nationalen Feindschaften, der muss dieses Buch lesen.

In den »Stahlgewittern« des Ersten Weltkrieges wurde er berühmt. Er schrieb eines der größten Kriegsbücher aller Zeiten. Er war glühender Nationalist und Antidemokrat, aber beteiligte sich am Widerstand gegen Hitler, wofür sein ältester Sohn mit dem Tode
büßen musste. Schließlich wurde er zum europäischen Klassiker: Ernst Jünger, der 1998 im Alter von 102 Jahren starb, verkörpert das deutsche Jahrhundert wie kein anderer. Heimo Schwilk, mit dem Dichter persönlich gut bekannt, erhielt exklusiven Zugang zu Jüngers Nachlass und konnte so ein einzigartiges Bild dieses faszinierend-widersprüchlichen Mannes zeichnen. Seine umfassende Biografie beschönigt und entschuldigt nichts, sie macht vielmehr deutlich, warum sich der deutsche Bundeskanzler und der französische Präsident in einer nie gekannten Geste vor Jünger und dessen Lebenswerk verneigten.

624 Seiten, 16 Seiten mit s/w-Bildern, gebunden

Erschienen: Oktober 2007

Gerd Schultze-Rhonhof, Der Krieg, der viele Väter hatte

Der lange Anlauf zum Zweiten Weltkrieg

Was hat die Generation meines Vaters dazu bewegt, nur 20 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg Adolf Hitler in einen neuen Krieg zu folgen? Die Suche des Autors nach einer Antwort führt zu überraschenden Ergebnissen.

Dokumente beteiligter Außenministerien, Notizen und Memoiren englischer, französischer, italienischer und amerikanischer Regierungschefs, Minister, Diplomaten und Armeeoberbefehlshaber belegen: Es war eine ganze Anzahl von Staaten, die den Zweiten Weltkrieg angezettelt haben. Zusammenhänge werden deutlich, die bislang schlichtweg übergangen wurden. "Dieser Krieg", so Schultze-Rhonhof, "hatte viele Väter".

Gerd Schultze-Rhonhof war 37 Jahre lang Soldat der Bundeswehr, zuletzt als Generalmajor und Territorialer Befehlshaber für Niedersachsen und Bremen.

1995 zog er das Interesse der Medien auf sich, als er das Bundesverfassungsgericht wegen seines sogenannten "Soldaten sind Mörder"-Urteils öffentlich kritisierte.

595 Seiten, Leinen, mit Schutzumschlag

Werner H. Krause, Kosaken und Wehrmacht

Der Freiheitskampf eines Volkes
Im Spätsommer 1943 wurde in der südostpreussischen Stadt Milau unter General von Pannwitz die 1. Kosaken-Division aufgestellt, in deren Regimentern Donkosaken, Kuban-, Terek- und Sibirien-Kosaken dienten. Erst nach Stalingrad war es möglich geworden, die ideologischen Vorbehalte der NS-Führung zu überwinden und unter den freiheitsstrebenden Völkern des Ostens Verbündete zu suchen. Mehr als 850.000 "Sowjetbürger" kämpften als Freiwillige in den Reihen der Wehrmacht, eine weitere Million stellte sich als "Hilfswillige" für andere Dienste zur Verfügung. Neben den Kosaken stießen die deutschen Appelle insbesondere bei Esten, Letten, Ukrainern und den Völkern des Kaukasus auf offene Ohren, aber auch eine russische Armee unter General Wlassow wurde aufgestellt. - Dies alles trotz einer Besatzungspolitik, die in weiten Gebieten gar nicht den Anschein erwecken wollte, es ginge um die Befreiung der vom Kommunismus unterdrückten Völker. Die Kosaken wurden insbesondere zur Partisanenbekämpfung am Balkan eingesetzt, ihre Familien lebten nach dem deutschen Rückzug im Osten in Oberitalien in einem großen Lager unter dem Namen Kasachi-Stan. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die meisten Kosaken mit ihren Familien - insgesamt rund 50.000 Menschen - von den Briten entgegen anderslautenden Versprechen an die Sowjets ausgeliefert und von diesen sofort ermordet. Die Führungsoffiziere rund um General von Pannwitz wurden nach aufwendigen Schauprozessen hingerichtet. Heute haben russische Behörden Pannwitz bereits wieder rehabilitiert, was bei weiteren, einstigen Kosaken-Führern noch erfolgen soll. Das Buch basiert auf den bisher unveröffentlichten Erinnerungen eines deutschen Offiziers, der unter General von Pannwitz diente, wie auf anderem, neu zugänglichen Quellenmaterial und liefert über den Zweiten Weltkrieg hinausgehend einen Abriß über die Geschichte der Kosaken an sich. Umfangreiches, bisher nie gezeigtes Bildmaterial ergänzt den mitreißend geschriebenen Band. Der Autor: Werner H. Krause ist Berliner Journalist und war u. a. für die Berliner Tagespost tätig. Heute ist er Chefredakteur der Märkischen Zeitung.

Markus März, Nationale Sozialisten in der NSDAP

Strukturen, Ideologie, Publizistik und Biographien des national-sozialistischen Straßer-Kreises von der AG Nordweset bis zum Kampf-Verlag 1925–1930
652 Seiten, S/W-Abbildungen, brosch.
In der Frühzeit ihrer Geschichte entsprach die NSDAP nur sehr bedingt dem gängigen Klischee einer straff organisierten „Führerpartei“. Mit den Straßer Brüdern, Gregor und Otto – gab es bereits früh einen sehr aktiven „linken Flügel“ in der Partei, der stark kapitalismuskritisch war und auch Hitlers sozialdarwinistischen Ideen kritisch gegenüberstand. Diese Positionen brachten den Straßer Kreis bald in einen unüberwindlichen Gegensatz zum Führer der NSDAP. Untersucht werden nicht nur die Verbindungen zu Spengler und Moeller van den Bruck sowie zum „Neuen Nationalismus“ um Ernst Jünger, sondern auch die politische und wirtschaftliche Programmatik sowie die umfangreiche Publizistik dieser nationalsozialistischen Linken. Ein neuer Blick auf die Geschichte des Nationalismus.

Norbert Borrmann, Kulturbolschewismus oder Ewige Ordnung

Architektur und Ideologie im 20. Jahrhundert


198 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Hardcover

Die Architektur ist seit der Jahrhundertwende um 1900 zum Schauplatz erbittert ausgetragener ideologischer Kämpfe geworden: Klassizismus gegen Gründerzeit, Bauhaus versus Heimatstil, Moderne gegen Postmoderne, Flachdach gegen Steildach usw. Der Streit um die architektonischen Formen wurde seit der Russischen Revolution 1917 auch ein eminent politischer. Die Erbitterung, mit der bis zum heutigen Tag um Aussagen und  Begriffe „Diktatoren-Klassizismus“, „Ornament ist ein Verbrechen“ oder „Verlust der Mitte“, diskutiert wird, belegen dies.

So unterschiedliche Exponenten wie Peter Behrens, Adolf Loos, Le Corbusier, Frank Lloyd Wright, Heinrich Tessenow, Albert Speer oder Paul Schulze-Naumburg stehen für verschiedene Lebensgefühle, aber auch für verschiedene politische Weltentwürfe des 20. Jahrhunderts. Ihre Auseinandersetzungen sind für die Architektur und damit für das Aussehen der uns umgebenden Landschaft bis heute von großer Bedeutung.


Der Autor
ist Verfasser u. a. folgender Werke: Der Autor Paul Schultze-Naumburg Maler – Publizist – Architekt (1989);  Vom „Untergang des Abendlandes“ zum Aufstieg des „Dritten Reiches“. Vier Vorträge (Kuratorium Schloß Ettersburg, 1999) sowie  Orte des Schreckens, Warum das Grauen überall nistet (2004).