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leseprobe

paulus buscher. leseprobe:

aus »das einhorn ist ein bewaffnetes pferd« ...

reflektiert ... »das stigma ... edelweiss-pirat«

À die stigmatisierung

die titelseite der erstausgabe meines erinnerungsbuches »das stigma: edelweiss-pirat« zeigt auf meinem rechten unterarm das stigma edelweiss. im KZ-lager wurde eine solche kennzeichnung höhnisch als »schlachtvieh-stempel« bezeichnet; die häftlingsnummer der juden nannten die nazis »telefon-nummer«: „welches ist deine telefon-nummer? sprich."

ich habe das buchenwald-transportlager köln-deutz weiter oben beschrieben: zugang von der mühlheimer strasse aus (hinter dem letzten flügel der damals aufstehenden messegebäude): man stelle sich die erste häftlingsbaracke auf der zum rhein hin strebenden rechten schrägseite des gedachten pentagramms der barackenaufstellung vor, nimmt man die mühlheimer strasse als dessen waagerecht liegende basislinie an.

die baracken standen in längsrichtung parallel zu den seitenlinien des pentagramms. türen und fenster waren zum zentrum des appell-platzes ausgerichtet.

ich weiss nicht, wieso es sich ergeben hatte, dass die sitzbänke an der fensterseite der baracke, in die wir eingewiesen wurden, von einer gruppe belgischer priester und zwei sowjetischen piloten besetzt waren. der bevorzugte platz wurde jedenfalls als deren territorium von den meisten der hier eingesperrten akzeptiert. als wir, Josef Franzen, Walter Sillenberg und ich, von den SS-leuten in den raum gebracht wurden, winkten uns die sowjetischen kriegsgefangenen zu sich und forderten uns auf, neben ihnen platz zu nehmen. so waren wir hier sofort privilegierte: wir waren jung, waren 15 und 18 jahre alt, kamen in unverbrauchter, sauberer kleidung, waren normal genährt. das alles hob uns von der dunklen masse der wesentlich älteren häftlinge ab, die unterernährt waren, zerlumpte und schmutzige kleidung trugen und wahrscheinlich monatelang ohne jede körperpflege gewesen waren. vielleicht war es also dieser äussere gegensatz zu ihnen, der uns zu dem »platz an der sonnenseite« verhalf. vielleicht aber sah man in den neuankömmlingen auch nur willkommene träger neuester nachrichten?

ich habe in »STIGMA« den barackenraum und die dort herrschenden zustände eingehend beschrieben. zu den uns von anfang an eingeräumten privilegien gehörte es, dass zwei von uns, Walter Sillenberg und ich, im rahmen eines tisches schlafen konnten, der mit der tischplatte nach unten auf den boden gestellt wurde. es ist möglich, dass unsere freunde uns aus besonderem grunde vor dem schlafen in einem der überfüllten etagen-betten bewahren wollten. wir dachten eher naiv an die vermeidung von körperkontakten mit wanzen und läusen, die jedoch selbstverständlich nachts die hürden des tischkastens überwanden. (unsere körper waren bald wie von einem dicht-gefleckten ekzem mit ihren saug-malen gezeichnet).

 

À

wir freundeten uns mit den beiden sowjetischen piloten an, die ein einwandfreies deutsch sprachen. sie trugen die für flieger typische lederbekleidung. ich war von der strengen schönheit ihrer köpfe und gesichter sehr beeindruckt: langschädel, blond, strahlend blaue augen, die gesichter streng und schmal, gerade nasen: alles in einem wunderschönen ebenmass. doch nicht von der von den nazis propagierten robust-nordischen, sondern von einer als fremdartig erscheinenden feineren, zierlicheren art. konstitutions-typologisch gesehen war ihr körperbau leptosom. ihre körpergrösse betrug nicht mehr als vielleicht 170 cm. beide waren intellektuelle und hochgebildete bolschewisten. sie waren noch studenten gewesen, als der krieg über sie kam. sie sprachen kenntnisreich über die deutsche geschichte, über die grossen komponisten, über die deutsche literatur und überfragten darin meine -trotz meinem grossen interesse- noch viel zu geringen kenntnisse.

allerdings: ich war fünfzehn, sie waren beide vielleicht fünfundzwanzig jahre alt, hatten also so viele jahre mehr zeit für die durchdrinung des kosmos der sprache, bildung und bilder gehabt. an den schulen der sowjetunion wurde deutsch als erste fremdsprache gelehrt. in russland gab es eine traditionelle verehrung der deutschen kultur. und so kannten die piloten auch die werke von Hermann Hesse, und ich schwärmte von meinen lieblingsbüchern »demian«, »siddharta«, »morgenlandfahrt« und »steppenwolf«, die bei den heimabenden unserer gruppe von den älteren vorgelesen wurden.

aber welche werke von Gerhart Hauptmann kannte ich? damals nicht mehr, als ich vage auch vom »friedrichshagener dichterkreis« wusste, da, wo ihn die jugendbewegung mit der rezeption der gedichte von Richard Dehmel tangierte oder den vagabondage-dichter Peter Hille erinnerte. alles war noch unreif, doch würde es werden. (hoffnung in der hoffnungslosigkeit). von Gerhart Hauptmann hatte ich lediglich den roman »die weber« gelesen: es war das sozial-kritische thema, nicht so sehr das dichterische werk selbst, das uns -so gab man es uns vor- eben als junge sozialisten zu interessieren hatte. (A).

aber hier jetzt, an oder wegen diesem ort, unter dem regime der SS-schergen und der

SS-weiber, beim hecheln ihrer hunde: die beiden russen zitierten aus Hauptmanns werken. ich, deutscher! wäre die kenntnis der deutschen literatur ein kriterium für das damals stets auf dem munde geführte »deutschtum« gewesen: die sowjetischen piloten hätten als seine protagonisten gelten müssen. sie sagten einen text von Hauptmann her, der mich an jenem ort seelisch tief aufrührte und mir zugleich die gewissheit der letzten freiheit und menschlichkeit vermittelte, die wir, die gefangenen, die zugleich aber in uns selbst unendlich freien ... immer besassen. darüber sprachen sie. uns galt Gerhart Hauptmann nicht entschieden revolutionär genug; seine sprache war nicht die sprache der front.

die piloten dachten anders. sie schätzten seine subtile sprache und wussten seine metaphern zu deuten. Hauptmann habe sich als mensch von der unmenschlichkeit des nazismus abgewandt: er wolle nicht einer von ihnen, er wolle lieber kein mensch mehr sein. so sagten sie. aber ... ob das so stimmte? zu ungenau blieb mir der text in erinnerung.

im august 2001 erinnerte ich mich wieder an die gespräche von damals, fünf monate nach der ermordung meines jüngsten sohnes, als ich langsam zu begreifen begann, dass er nur noch in meiner erinnerung fortexistieren würde und ich zugleich befürchtete, sein bewegtes bild in mir und seine vertraute sprache könnten aus meinem gedächtnis verschwinden. im augenblick des erlebens des neuen alten barbarismus erinnerte ich mich und daran, was immer die letzte freiheit sein kann: »ich will kein mensch mehr sein!«

(was haben menschen mir und den meinen ein leben lang ... in der nazizeit und in der

BRD ... nicht alles angetan?!)

»ich will kein mensch mehr sein!« so könnte auch die inschrift über dem tor zu jenem verwilderten garten lauten, von dem ich dachte, er könnte die landschaft meines buches sein. vor diesem tor habe ich immer wieder zögernd gestanden, doch war ich nicht entschlossen genug, dieses trauhmland auch zu betreten. die welt, so dachte ich, müsse doch zu bessern sein. trauhm! die totenmaske meines sohnes hat sein lächeln im trauhme festgehalten: was ist der kurze schwere traum des barbarischen letzten augenblicks dagegen?

À

»ich will kein mensch mehr sein!«: es ist ein text aus der erzählung »das meerwunder« (B) von Gerhardt Hauptmann, den ich ... angesichts der welt, wie sie ist und wie sie immer wieder zu erleben ist ... immer mehr seelisch empfunden als rational gedacht habe:

Ø (...) in blutschrift las ich schon damals den schrei: »ich will kein mensch mehr sein!«

(...) und darum: ich ... werfe es hin, mein menschentum. und wenn es mir nicht von der schulter will (...) so schüttele ich mich und schreie ... vergebt es mir, ich muss es hinausschrein ... : ich will kein mensch mehr sein, ich will es nicht!×

ich will keiner sein oder werden so wie sie, die schänder und schinder der welt. Gerhart Hauptmann muss es so -bewusst oder unbewusst- gemeint haben, in jener nazi-zeit, als die blutigsten verbrecher vorgaben ... menschen zu sein.

À

die beiden sowjetischen flieger erzählten auch von den »starzen«, den charismatischen führern der orthodoxen gemeinschaften junger mönche und novizen, die den kontemplativen freundeskreisen bündischer jugend ähnlich seien; so folgerten sie aus meinen darstellungen. in den frühen fünfziger jahren, als wir uns im freundeskreis mit gregorianik und den mönchs-gesängen der ostkirche (C) befassten, konnte ich ihre erzählungen weitergeben und den jüngeren vermitteln, was es in seiner tiefe bedeutet, bündisch zu sein, und wie vielseitig es zu gestalten und zu leben ist.

À

kluge und gebildete kommunisten haben mich seit meiner frühesten jugend beeindruckt. so war meine zuneigung zu den beiden russischen piloten eben auch in meiner wissbegier begründet: lernen, lernen, lernen! in der diskussion waren sie mir weit überlegen; aber wo hätte ich mich auch in Hitler-deutschland auf ihrem niveau schulen können?, zumal ich schon im februar 1943 wegen der fortführung der bündischen jugend von der schule relegiert worden und ein allgemeines verbot weiterführender (aus-)bildung gegen mich ausgesprochen worden war. ich hatte nur noch arbeits-sklave in der rüstungs-industrie und kanonenfutter zu sein.

(ich wurde das nur deshalb nicht, weil ich mich der dienstpflicht entzog und nach nur vier tagen von der nazi-wehrmacht desertierte, in die ich als knapp sechzehnjähriger im oktober 1944 -aus dem SS-sonderlager hinzert heraus- gepresst worden war).

ich erzählte den russen von unserer jungenschaft, die sich seit 1939 um den aufbau von gruppen einer breiten volks-jugendbewegung ... und um deren anti-nationalsozialistische ausrichtung bemühte. (in wuppertal, von oberbarmen bis nach vohwinkel, waren wir dafür bekannt. zahlreiche der im hauptstaatsarchiv NRW in düsseldorf verwahrten GESTAPO-akten weisen das aus. dort ist nachzulesen: »in oberbarmen war die HJ 1942 von der strasse vertrieben«). ich zeichnete für die sowjetischen freunde auf einem etwa DIN A 6 grossen stück papier die symbole auf, die wir auch für wand-graffitis verwendeten: ein edelweiss und ein -in einem zug gezogenes- pentagramm, in dessen mitte wir »e.p.« schrieben.(D)

À ein funktionstüchtiges system

die funktions-häftlinge, die KAPOS, waren spitzel und hielten sich von ihnen bevorzugte häftlinge als spitzel. unsere »absolut verbotenen bolschewistischen diskussionen«

(SS-bewortung) wurden unmittelbar nach der herstellung der zeichnungen an die SS verraten. an einem spätnachmittag mussten alle häftlinge unsere barackenstube verlassen und sich in appell-ordnung auf dem appellhof aufstellen. die SS-weiber mit ihren schäferhunden sicherten den block der 68 gefangenen. SS-leute besetzten den raum und durchsuchten ihn. einer der funktions-häftling unterstützte sie dabei. sie fanden unter anderem auch meine zeichnungen. die folge: entsetzliche prügel, vor allem für die beiden flieger. die drohung, mir -dem spöttisch »maler« genannten- die handgelenke zu brechen.

die SS-leute zerrten mich über den appell-platz, verdrehten und schoben mir den rechten arm so weit hinter dem rücken nach oben, dass ich vor schmerz schreien musste.

dann die beschriebenen szenen in der »effekten-kammer«. am nächsten morgen wurde ein polnischer häftling, der »lager-frisör« (E), damit beauftragt, die von mir gezeichneten symbole mit einem kopierstift (sogenannter blaustift, die mine aus wasserlöslicher teerfarbe) nachzuzeichnen. diese nachzeichnung wurde angefeuchtet und das edelweiss wurde uns auf die innenseite des rechten unterarms gedrückt, wo es sich seitenverkehrt abbildete. (uns: das heisst Walter Sillenberg und mir. Josef Franzen hatte an den diskussionen nicht teilgenommen). der »lager-frisör« verfügte über einen holzschaft-federhalter. anstelle einer schreibfeder waren zwei stecknadeln in die feder-hülse des federhalters eingesetzt, die schräg aufeinander zuliefen und eine doppelspitze bildeten, mit der man eine flüssigkeit aufnehmen konnte. mit diesem gerät stach uns der mensch die edelweiss-zeichnungen mit tusche oder tinte unter die haut. die tätowierung mit den unsterilen nadeln zog eine sehr böse entzündung nach sich. über wochen hinweg war mein arm sehr stark angeschwollen, und es bestand die gefahr der amputation.

 

 

 

 

À schwarze nazis ...

braune nazis ...

gleich und gleich

nach dem ende eines abend-appells, der block der häftlinge war dabei, sich aufzulösen, kam ein nicht zu den bewachern des lagers gehörender SS-offizier auf mich zu. „bleib steh’n!" ich erschrak und zitterte vor angst. „keine bange" sagte er, und hielt mir ein kleines weiss-brot hin. ich beschreibe die doppelte unmenschlichkeit und den wahnsinn der situation: ehe ich das brot an mich nehmen konnte, riss ein etwa vierzigjähriger häftling es an sich! „ich habe zwei jahre gefängnis hinter mir. ich brauche das notwendiger als der!" meinte mich, dem früher schon zynisch von ihm verheissen worden war, nur durch den schornstein in die freiheit zu gelangen. er drohte, den vorgang der lagerleitung zu melden. der SS-offizier verstand; ging eilends davon. der brot-räuber war seinen angaben nach ein angehöriger der »schwarzen front« (Otto-Strasser-bewegung der angeblich wahren nationalsozialisten) aus aachen. und auch er war jemand, nazi oder krimineller, vollkommen gleich, der mit der lager-SS kungeln und die übrigen häftlinge, vor allem die »politischen«, unterdrücken, erpressen und in angst und schrecken halten konnte: ein mitglied der KAPO-bande!

die in cornelimünster archivierten häftlingsakten müssten es ermöglichen, zu erfahren, welcher aachener bürger wegen seiner zugehörigkeit zur »schwarzen front« (und wegen des sexuellen missbrauchs von kindern und jugendlichen) im herbst 1943 im buchenwald-aussenklager köln-deutz inhaftiert war. obwohl das kölner lager ein durchgangs- und transport-lager des buchenwald-archipels war, war der schwarze nazi noch dort, als wir von der wuppertaler GESTAPO am 17. januar 1944 wieder dorthin verbracht wurden.

À

warum wird mir wohl von faschistoiden intriganten und den mit ihnen zusammen-gehenden oder auch selbsthandelnden archivaren der zugang zu archiven -von dem totmacher dr. Winfried Mogge (*) auch auf burg ludwigstein- unmöglich gemacht? fürchten sie, dass ich aus meiner kenntnis der illegalen bündischen und politischen strukturen ... und mit hilfe aufzufindender dokumente ... die geschichts-schwindeleien entlarven könnte, die nazis und widerstands-schmarotzer nach den sechziger jahren ... nach 1989 auch in den alten ländern der DDR ... in die welt gesetzt haben?

(*)Ø archivdirektor tötet mitarbeiterin: das drama bei der jugendbewegung »die wandervögel« in kassel (sic!) ist aufgeklärt. am freitagabend fand die polizei die leiche der seit zehn tagen vermissten archiv-mitarbeiterin Monika Neuenroth (49) in einem steinbruch bei witzenhausen. dr. Winfried Mogge (59), der unter mordverdacht verhaftete leiter des archivs, gestand, die frau bei einem streit (am 18-07.2001 -pb-) im affekt getötet zu haben. die kripo hatte blutspuren der vermissten im kofferraum seines autos gefunden. mögliches mordmotiv: Monika Neuenroth wusste details über die zweckentfremdung von stiftungsgeldern durch Winfried Mogge. kurz vor seiner verhaftung hatte Mogge versucht, sich das leben zu nehmen. BILD am SONNTAG, 29. juli 2001, nachrichten seite 13.×

 

À nur ein »kameraden-diebstahl«

ende september 1943 wurde einer der beiden sowjetischen piloten, der sich von den fürchterlichen misshandlungen nicht erholt hatte, sterbend aus unserer baracke getragen. »er konnte keine frage mehr beantworten!« zynisches gelächter der erheiterten SS.

einer der KAPOS zog den noch lebenden bis auf die nackte haut aus. wir schrien uns vor leid und empörung die lungen aus dem leib, trommelten gegen die wände. die SS kam, den aufruhr zu unterdrücken.

die protestierer gegen die politik der heutigen »basta!-republik« haben vielleicht ahnung von dem, was den aufbegehrenden damals ... nur noch ungehemmter, noch barbarischer als ihnen heute auf den strassen oder in den polizeirevieren ... in GESTAPO- und lagerhaft vonseiten der entfesselten schläger geschah!

aber der protest der häftlinge liess sich nicht unterdrücken, heulte immer wieder auf.

und so wurde der KAPO schliesslich aus »rechtlichem empfinden« heraus (so die SS) wegen »kameraden-diebstahls« zu acht tagen dunkel-arrest verurteilt.

die häftlinge vereinbarten, den gangster nach der entlassung aus dem arrest umzubringen. das erfuhr die SS. der KAPO, der küchenbulle des messe-lagers war, konnte am

4. oktober 1943, dem tag seiner entlassung aus der dunkel-haft, aus dem lager fliehen. eine dirne, Cilly Serves, bot ihm unterschlupf. ein jahr später war er zum anführer der räuber- und mörderbande aufgestiegen, für die seit den siebziger jahren von wiedergutmachungs-betreibern, widerstands-schmarotzern und nazistischen nutzniessern ... die auf sie nicht zutreffende bezeichnung »edelweiss-piraten« (F) hergenommen wird.

den familiennamen des KAPO »Speck-Hännes«, des von den kölner gangstern von 1944 (und jenen der jahre nach 1976) »Bomben-Hans« genannten ehemaligen GESTAPO-assistenten, erfuhr ich erst im zusammenhang mit meinem engagement gegen die geschichts-verfälschung von köln-ehrenfeld. es war dieser name: Hans STEINBRÜCK.

À sag’ mir, wofür du stehst ...

dieser menschenverachtende verbrecher wäre beinahe von gewissenlosen, angeblich linken ... aber doch wohl nur pseudo-linken polit- und geschäftemachern (G) ... zum deutschen nationalhelden hochstilisiert worden.

er aber war ein GESTAPO-anwärter, der zahlreiche -ihm aufgrund seiner tätigkeit bekannt gewordene- regimegegner zu geldzahlungen und zur hergabe von wertsachen, wohnraum und möbel gezwungen hatte. das war selbst seinen kriminellen GESTAPO-kollegen, vielleicht nur, weil es ruchbar geworden war, zuviel. man sperrte ihn im

KZ-lager buchenwald ein, von wo aus er zum buchenwald-aussen- und transportlager köln-messe verbracht worden war. hier wurde er der anführer einer siebenköpfigen bande, die sich aus sogenannten funktions-häftlingen (KAPOS) zusammensetzte. diese verbrecher taten sich vor allem dadurch hervor, dass sie neuankömmlinge, die noch im besitz privater kleidung waren, dieser kleider und anderen eigentums beraubten.

obwohl die kölner verbrechergeschichte -aufgrund auch meines jahrelangen bemühens- im auftrage des innenministeriums des landes nordrhein-westfalen vom »historischen seminar für neue und neueste geschichte der universität düsseldorf« wissenschaftlich längst als betrug entlarvt wurde, wird sie, ihrem innersten charakter entsprechend, in menschen-verachtender weise auch heute noch als widerstand angeblicher »edelweiss-piraten« propagiert: die als »edelweiss-piraten« beschimpften beteiligten am bündischen anti-nationalsozialistischen widerstand damit diskriminierend und kriminalisierend!

der ungeheuerliche geschichts-betrug ist in wahrheit ein anschlag auf die geschichte des deutschen widerstandes! obwohl er heute von fragwürdig-angeblichen kommunisten und tatsächlichen linken spinnern immer wieder in vorträgen (und sogar in zeitschriften der antifa-verbände) wiederholt wird, ist er von anfang an von nazis der übelsten sorte unterstützt worden. ehemalige HJler und SS-leute haben damit den breiten widerstand einer autonomen volks-jugendbewegung verächtlich machen können und sich so eine konstruktions-plattform für die montage der eigenen geschichts-verfälschung von der »sauberen Hitlerjugend« geschaffen, in der behauptet wird, den »übergang vom dritten reich zur demokratie« vollzogen zu haben. „sieg heil!"

 

 

(A) später las ich Gerhart Hauptmanns werke »die ratten«, »florian geyer«, »der ketzer von soana«, »das abenteuer meiner jugend«. (viel zu wenig!).

(B) dankenswerterweise half mir herr Rudolf Ziesche aus berlin bei der auffindung des exakten textes aus der erzählung »das meerwunder« in: Gerhart Hauptmann, sämtliche werke, band VI, erzählungen und theoretische prosa. propyläen verlag 1963. (seite 401).

Rudolf Ziesche hat in der handschriftenabteilung der berliner staatsbibliothek nachlässe katalogisiert, zuletzt in vielen jahren den grossen manuskript-nachlass von Gerhart Hauptmann bearbeitet. das ergebnis ist ein gedruckter katalog in 4 teilbänden:

»der manuskriptnachlass Gerhart Hauptmanns in berlin«

teil 1, ISBN 3-447-01871-2, wiesbaden 1977,

teil 2, ISBN 3-447-02689-8, wiesbaden 1987,

teil 3 und teil 4, ISBN 3-447-04242-7

buch- und bibliothekswissenschaft Harrassowitz verlag, 2000

(C) wir befassten uns nach dem kriege mit den kanon-hirmen, deren melodische gestaltung aus dem höhlenkloster von kiew (kiewo petscherskaija lawra), der wiege des russischen mönchtums, stammte. ein beispiel: »kanon-hirmen der matutin vom fest der erhöhung des hl. kreuzes«. (etwa zur gleichen zeit, seit ende der vierziger jahre, wurden spirituals, gospels und blues von uns gesungen. ich erinnere, dass wir 1949 »st. james infirmary blues« und »follow, follow, follow the drinking gourd« mehrstimmig einübten).

anfang des jahres 2001 sandte mir Alexej »axi« Stachowitsch die broschüre »die starzen als herausforderung an den westen« zu. verfasserin ist die angebliche ehemalige KOMSOMOL-funktionärin dr. Tatjana Goritscha, die 1980 aus der sowjetunion ausgewiesen wurde. das werk beinhaltet einen vortrag, den sie anlässlich des symposiums für psychotherapie und seelsorge (24-/28-051995) in gwatt, schweiz, hielt.

hierbei handelt es sich um ein primär politisches, selbstverständlich antikommunistisches werk, das nebenher auch das geistlose leben des westens angreift.

(D) die von uns verwendete kleinschreibweise müsste doch den an der geschichtlichen wahrheit interessierten integren und kultur-geschichtlich gebildeten historikern, die es auf diesem sektor aber augenscheinlich nicht gibt, zu denken geben! denn es gab -neben dj.1.11- nicht viele gruppen der jugendbewegung, die die absolute kleinschrift benutzten.

(E) beim ersten treffen der überlebenden häftlinge der messelager von köln-deutz nach dem kriege, das am 20-/21-05 1989 im messeturm stattfand, glaubte ich den »lager-frisör« wiederzuererkennen: einen polen, der sich devot bei den ... selbstverständlich nur an anti-faschismus und nicht etwa an finanziellen zuschüssen interessierten? ... gründern des »AEL-köln-messeturm e.v.« bedankte und die haft im deutzer buchenwald-aussenlager als schöne zeit lobte: „die deutschen haben uns immer viel zu essen gegeben. wir haben nie hunger leiden müssen. und auch die kölner bevölkerung war immer lieb zu uns, wenn wir in der stadt schutt forträumen mussten". und auch das war ohne jede ... merkantile absicht so gesagt. (!) aber ob dieser unerträglich schleimigen art und haltung dämmerte es mir: der könnte es sein; den hast du so schon einmal erlebt! für mich ist ausserdem erwähnens-wert, dass Bernd A. Rusinek und Hannes Heer zu den machern der veranstaltung zählten:

Hannes Heer filmte die teilnehmer. ich bat ihn, die von mir ausgehängten plakate für die von ihm geplante dokumentation mit aufzunehmen: plakate, womit ich ehemalige häftlinge aus ost und west zu finden hoffte, die sich an die kommandanten der

SS-sträflings- baubrigaden erinnerten; zum beispiel an Erich »iwan« »olka« Scholz.

Hannes Heer nahm die plakate auf; veröffentlicht wurden sie in der dokumentation nicht. wo kommt Heer her? er war der wissenschaftliche leiter des Reemtsma-ausstellungsprojektes »vernichtungskrieg. verbrechen der wehrmacht 1941-1944«, das wegen mangelhafter recherchen zurückgenommen werden musste, was »vermutlich den neo- und alten nazis auftrieb gab«. Hannes Heer trat noch am samstag, den 17. märz 2001, als zeitzeuge bei einer tagung des »arbeitskreises historische jugendforschung in zusammenarbeit mit der sächsischen landeszentrale für politische bildung« auf schloss siebeneichen in meissen auf. (information von Dieter Hebig, 70825 korntal-münchingen).

Bernd A. Rusinek war jener student von prof. dr. Peter Hüttenberger (dem widerstands-sinnstifter) dem vom innenministerium des landes NRW aufgetragen wurde, die kriminelle geschichts-verfälschung um die räuber- und mörderbande von köln-ehrenfeld zum gegenstand seiner dissertation zu machen. es kam nur apologetik heraus:

der innenminister Herbert Schnoor (SPD) machte sich (in seinem brief vom januar 1988, den er an Romani Rose vom zentralrat der deutschen sinti richtete, den schluss-satz von Bernd A. Rusinek „ausdrücklich zu eigen": »vermutlich wird mit dieser arbeit ein mythos zerstört, aber es ist besser, wenn die linke (sic!) ihre mythen selbst zerstört«. (LINKE ?!)

dieser brief wurde in der frankfurter rundschau vom 14. januar 1988 veröffentlicht. ich bekenne hier und bestehe darauf, dass ich einer solchen »linken« niemals angehört habe. solche »linke« bestand oder besteht wohl auch nur aus den übriggebliebenen plebeischen banden und cliquen der spät-sechziger, siebziger und achtziger jahre, die nach geheimdiensten und agents provokateurs stinken! (hier sind eben die eigentlich »nach-achtundsechziger« gemeint!)

es ist interessant, dass Rusinek sich über die leichtfertigkeit der archivleitung des hauptstaatsarchivs NRW in düsseldorf lustig gemacht haben soll, als er im herbst 1999 mit dem kölner studenten und als rechtsradikal bekannten führer solcher jugend, Ralf Küttelwesch, dort zusammentraf: »man habe ihm ... einfach so ... sackkarrenweise akten aus dem archiv herausgebracht«.

das erinnert an Mathias von Hellfeld, der im auftrage eines sammlers von »jugend-akten« mindestens 1800 aktenseiten kopierte, um sie pro stück für DM 10.- an diesen auftraggeber zu verkaufen. heute werden die dokumente -auf disketten kopiert- auf dem freien markte geschäftsmässig angeboten.

erinnert sei auch daran, dass Rusinek sich bei der suche nach fall-spezifischen GESTAPO-akten des ehemaligen mitgliedes der kölner informellen gruppen Wolfgang Ritzer bediente, den er ohne jeden vorbehalt seitens der archivleitung zur auffindung solcher akten mit ins hauptstaatsarchiv nehmen konnte. und Ritzer sammelte dort scheinbar ungestört akten für seine zwecke ein ... auch solche, die von den geilen und diskriminierungsüchtigen GESTAPO-kerlen über gefallene mädchen angelegt wurden, die von ihnen den »edelweiss-piraten« zugeordnet wurden. solche akten gab Ritzer dann

-vielleicht im auftrage?- an dritte weiter, die man möglicherweise zu einer strafbaren veröffentlichung dieser würdelosen pamphlete provozieren wollte. (?)

anders als mit geschichtsverfälschern und -sinnstiftern ging und geht das nordrhein-westfälische hauptstaatsarchiv da mit paulus buscher um, der noch nicht einmal die ihn persönlich betreffenden GESTAPO-akten im archiv ungeschwärzt einsehen darf!

datenschutz? der schützt nur die täter! anti-nazis bleiben zu ihren lebzeiten vogelfrei, die akten der noch lebenden werden auch den nazis ausgeliefert; die akten der nazis aber darf man erst dreissig jahre nach deren »amtlich bestätigtem« tod einsehen.

der angeblich linke historiker Rusinek frug den konkret rechten geschichts-studenten Küttelwesch höhnisch-amusiert:„sagt der buscher denn überhaupt noch was?!"

„doch, doch", antworte ich Rusinek hier,„warten sie es nur ab! ich habe noch sehr viel

zu sagen; obschon ich manchmal auch sprachlos bin, wenn ich die menschen sehe,

derentwegen ich gelegentlich so aufgeregt war! jeder ein unschöpferischer kolporteur dessen, was andere, im falle der GESTAPO die nazi-verbrecher, in die welt setzten; jeder ohne praktische lebenserfahrung, von der schule über die hochschule zu einem job an der hochschule strebend; viele ohne eigene familie und ohne soziale verantwortung für eigene kinder, viele „vom paragraphen befreit sind lenden und betten": fragwürdig-soziopathische existenzen, aus steuergeldern bezahlt, schmarotzer auf der wertschöpfung der allgemeinheit."

(F) es gibt einen elementaren unterschied zwischen den gruppen, die von der GESTAPO und dem verhetzten volk als »edelweiss-piraten« beschimpft wurden ... und jenen existenzen, die sich -in völliger unkenntnis dieses zusammenhangs- selbst so nannten.

diese konnten nur solche belanglosen oder auch kriminellen strassenbanden sein, als die sie in den entsprechenden linken und rechten »geschichts-legenden« beschrieben werden.

(G) Henrik Broder nennt jene, die mit der juden-verfolgung ihre geschäfte machen, »shoa-business-men«; Norman Finkelstein spricht analog sogar von der »holocaust-industrie«. die historiker, welche mit ihren GESTAPO-akten-kompilationen und freien erfindungen zur geschichte ... geschichts-marktnischen gefunden haben und kasse machen, sind kaum anders zu bezeichnen.)